Meine Kunstwerke tragen fast immer einen Namen. Und diese Namen entstehen nicht, weil ein fertiges Bild am Ende eben noch einen Titel braucht.
Für mich gehören sie zum Werk.
Der Titel steht selten am Anfang
Wenn ich mit einer neuen Leinwand beginne, kenne ich ihren Namen meistens noch nicht. Ich male intuitiv, lasse Farben und Schichten entstehen und folge dem, was sich während des Prozesses entwickelt.
Manchmal begleitet mich dabei bereits ein bestimmter Gedanke oder ein Gefühl. Oft zeigt sich die eigentliche Bedeutung aber erst viel später.
Ich trete zurück, betrachte die Leinwand und merke plötzlich: Darum ging es.
So entstehen Titel wie Facing Myself, Soul’s Desire oder Unspoken Weight.
Ein Titel soll nicht erklären, was du sehen sollst
Ich möchte mit meinen Titeln keine Anleitung geben.
Du musst in einer Leinwand nicht dasselbe sehen oder fühlen wie ich. Im Gegenteil: Ich finde es besonders spannend, wenn jemand ein Werk betrachtet und darin seine ganz eigene Geschichte entdeckt.
Der Titel ist deshalb eher wie ein kleiner Gedanke, den ich mitgebe.
Manchmal verändert er den Blick auf ein Bild. Manchmal löst er etwas aus. Und manchmal entsteht genau dadurch diese Verbindung, bei der jemand sagt: Dieses Werk fühlt sich nach mir an.
Manche Worte tragen eine ganze Geschichte
Viele meiner Titel beschäftigen sich mit Themen, die mich selbst bewegen: mit dem Loslassen und Festhalten, mit unseren Wurzeln, mit Sehnsucht, Vertrauen, Veränderung oder diesem inneren Wissen, das wir manchmal spüren, lange bevor wir es erklären können.
From the Roots.
Becoming Anyway.
Spirit’s Knowing.
Loud Silence.
Manchmal reichen zwei oder drei Worte, um etwas zu benennen, für das es eigentlich viel mehr bräuchte.
Vielleicht liebe ich Titel gerade deshalb so sehr.
Und manchmal findet ein Werk genau dadurch seinen Menschen
Ich erlebe immer wieder, dass Menschen zunächst auf eine Leinwand reagieren – auf ihre Farben, ihre Energie oder etwas, das sie gar nicht genau benennen können.
Und dann lesen sie den Titel oder die Geschichte dahinter.
Plötzlich bekommt das Gefühl einen Namen.
Für mich ist das einer der schönsten Momente meiner Arbeit. Denn ich möchte nicht, dass meine Kunst nur zu einem Raum passt. Ich wünsche mir, dass sie etwas mit dem Menschen macht, der jeden Tag mit ihr lebt.
Vielleicht findest du deshalb nicht immer das Kunstwerk, nach dem du gesucht hast.
Vielleicht findest du manchmal eines, das etwas in dir wiedererkennt.

