Wenn sich dein Leben langsam nach dir anfühlt.

Ich schreibe auf Instagram immer wieder diese kleinen „Vielleicht“-Sätze. Meistens entstehen sie aus etwas, das mich selbst gerade beschäftigt. Aus einem Gedanken, den ich irgendwo mit mir herumtrage oder aus etwas, das ich selbst gerade erst verstehe.

Und ich finde es immer wieder verrückt, was danach passiert.

Wie viele Menschen einen solchen Satz speichern. Wie oft er geteilt oder weitergeschickt wird. Und wie viele mir schreiben: Genau da bin ich gerade. Genau so fühlt es sich an.

Das beschäftigt mich mittlerweile fast genauso sehr wie der eigentliche Satz.

Weil ich dadurch merke, wie viele von uns mit ganz ähnlichen Themen durchs Leben gehen.

Wir verändern uns. Wir hinterfragen Dinge, die wir jahrelang einfach so gemacht haben. Wir merken, dass wir manches gar nicht mehr wollen. Dass wir uns nach etwas anderem sehnen. Dass wir vielleicht mutiger geworden sind oder einfach ehrlicher mit uns selbst.

Und trotzdem reden wir darüber erstaunlich wenig.

Im Alltag ist dafür oft gar kein Platz. Da geht es um Arbeit, Familie, Termine, darum, was noch erledigt werden muss. Das Leben läuft weiter, während sich in einem selbst manchmal ziemlich viel verschiebt.

Vielleicht treffen mich genau deshalb solche Gedanken selbst so sehr.

Vielleicht wächst du gerade in das Leben hinein, das du immer für dich wolltest.

Ich mag diesen Satz, weil wir so oft nur sehen, was noch fehlt.

Was wir noch nicht geschafft haben. Wo wir noch nicht angekommen sind. Was noch anders werden soll.

Aber wenn man sich einmal umdreht und schaut, wo man vor ein paar Jahren stand, sieht die Sache manchmal ganz anders aus.

Vielleicht hast du heute den Mut, Dinge auszusprechen, die du früher lieber für dich behalten hättest. Vielleicht entscheidest du heute anders. Vielleicht kennst du deine Grenzen besser. Vielleicht hast du Menschen, Dinge oder Vorstellungen losgelassen, von denen du lange dachtest, sie müssten zu deinem Leben gehören.

Und vielleicht sind da sogar Dinge in deinem Leben, die du dir früher genauso gewünscht hast – nur bemerkst du es kaum, weil du längst wieder beim nächsten Ziel angekommen bist.

Das kenne ich selbst ziemlich gut.

Immer weiterdenken. Das Nächste planen. Eine neue Idee haben. Etwas verändern wollen.

Und dann gibt es diese Momente, in denen ich merke: Warte mal. Einiges von dem, was heute ganz normal für mich ist, war irgendwann einmal ein Wunsch.

Ich glaube, wir sollten uns viel öfter erlauben, das auch zu sehen.

Nicht um stehenzubleiben. Sondern um zu merken, dass Veränderung längst passiert, während wir noch darauf warten, irgendwann „angekommen“ zu sein.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum genau solche Themen immer wieder in meinen Bildern auftauchen.

Es geht in meiner Kunst oft um Dinge, die man nicht unbedingt beim Kaffee nebenbei erzählt. Um Veränderung. Um das Loslassen. Um das Vertrauen in sich selbst. Um dieses Dazwischen, wenn das Alte nicht mehr richtig passt und das Neue noch nicht ganz da ist.

Eigentlich genau um die Dinge, für die im Alltag manchmal die Worte fehlen.

Und vielleicht berühren mich die vielen Reaktionen auf meine Gedanken deshalb so.

Weil sie mir zeigen, dass wir damit gar nicht so allein sind, wie wir manchmal denken.

Da sind ganz schön viele von uns.

Menschen, die gerade etwas verändern. Die sich selbst wieder näherkommen. Die anfangen, andere Entscheidungen zu treffen. Die noch gar nicht genau wissen, wo das alles hinführt.

Und vielleicht müssen wir das auch noch gar nicht wissen.

Vielleicht reicht es manchmal, kurz hinzuschauen und festzustellen:

Das hier fühlt sich schon viel mehr nach meinem Leben an.

Vielleicht bist du noch nicht da, wo du hinwillst.

Aber vielleicht wächst du gerade längst in das Leben hinein, das du immer für dich wolltest.

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Ein Blick hinter die Kulissen.